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CALL FOR PARTICIPANTS:
I am searching for people interested in body politics and queer-feminism to take part in my new photography project “Mirrors”.

(Project description below)

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EINLADING FÜR TEILNEHMER*INNEN:
Für mein neues Fotografieprojekt „Mirrors“, bin ich auf der Suche nach Menschen, die sich für Körperpolitik und Queer-Feminismus interessieren.

(Projekbeschreibung unten) 

Mirrors, 2021

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Looking at the projection of ourselves in the mirror can be challenging. There are numerous reasons why it is difficult for people to stand in front of a mirror. Very often we might focus on parts of our bodies that we think don’t look good, which usually causes us negative feelings.

With this project, I am interested in exploring the possibilities of using a couple of mirrors instead of just using one. This setup is meant to avoid conventional posing, those we all do before we go out to meet friends in the bar, or prepare for a date. Multiple mirrors will give multiple sights and a possibility to play with postures. It is a chance to see our body from angles we have never seen it before – a sort of a getting to know ourselves. For that purpose, I will use mirrors, reflection foil, a digital photo camera to portray 10-12 people as models.

My motivation to work on this topic comes from many narratives I can hear every day only by talking to people in my social circle, at work, and from the numerous examples from the social media. Motivation is also coming from the fascination with the image of myself in the mirror and the amount of (un)happiness it can bring me.

Society is putting us under pressure by teaching us about the way we should look like from a very young age. The struggle to fulfill those expectations puts people of different ages, genders, sexualities, and cultures in the position to be discriminated against and bullied. It affects their mental health and everyday lives in many ways.

I believe that the only way to start a conversation on this topic is to confront ourselves with the image of our bodies in the mirror. We are mostly used to stand in front of it and looking only at one point. Usually, we fix our hair, try on the clothing combinations, etc. I wonder, how many people stand naked in front of the mirror, and if so, for what reason.

With this project, I am also questioning stereotypes in photography when it comes to nude, portrait, and beauty. All we see in media are predominantly young and white slim women, sporty men, and hetero-normative expressions, and with that I mean the choice of the scene, makeup, lights, camera position. As a product, we see models chosen by the agencies and photographers. They pose as they are told to, showing us the standard of beauty we all need to follow. These stage-managed photos are so dominant in public and online spaces that we slowly start to believe in their authenticity.

I see this project not only as something that I will work on, finish it and move on, but rather as a process of exploring, reflecting, and learning. I want to work with each participant separately, which includes a talk, based on which we will create a photo shooting scene at their home or the location of their choice together. The posturing I will live to them, which I believe is the only way to get the most authentic outcome.

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Unsere eigene Projektion im Spiegel zu betrachten, kann eine Herausforderung sein. Es gibt zahlreiche Gründe, warum es für Menschen schwierig ist, vor einem Spiegel zu stehen. Meistens konzentrieren wir uns auf Teile unseres Körpers, die unserer Meinung nach nicht gut aussehen, was normalerweise zu negativen Gefühlen führt.

Ich möchte in diesem Projekt Möglichkeiten mit der Verwendung mehrerer Spiegel untersuchen, anstatt nur einen zu benutzen. Dieses Setup soll konventionelle Posen, wie wir sie alle vor dem Ausgehen, einem Date oder einem Selfie kennen, vermeiden.  Mehrere Spiegel kreieren einen vielseitigen Einblick und bieten die Möglichkeit mit Körperposen zu spielen. Es ist eine Chance unseren Körper aus Perspektiven zu betrachten, die wir so noch nie gesehen haben – eine Art sich selber Kennenzulernen. Zu diesem Zweck werde ich Spiegel, reflektierende Folien, eine digitale Fotokamera verwenden um 10-12 Menschen als Models zu fotografieren.

Die Motivation an diesem Thema zu arbeiten, resultiert aus tagtäglichen Erzählungen verschiedener Menschen in meinem sozialen Umfeld, der Arbeit oder auch vermehrt aus sozialen Netzwerken.  Ebenso motiviert mich meine Faszination für mein eigenes Spiegelbild und die Menge an Glück und Unglück, das es mir bringen kann.

Es herrscht gesellschaftlicher Druck, der uns lehrt, wie wir von klein auf aussehen sollen. Im Kampf diese Erwartungen zu erfüllen, sind Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Sexualitäten und Kulturen stets in einer Position in der sie diskriminiert und gemobbt werden können. Was ihre geistige Gesundheit und ihr alltägliches Leben in vielerlei Hinsicht beeinflusst.

Ich glaube wir müssen uns mit dem Bild unseres Körpers in einem Spiegel auseinandersetzen, um einen Diskurs starten zu können. Wir sind es gewohnt das Bild unseres Körpers nur aus einem Blickwinkel zu betrachten, üblicherweise richten wir uns die Haare, probieren Kleidungskombinationen an oder Ähnliches. Ich frage mich, wie viele Menschen nackt vor dem Spiegel stehen und wenn ja, aus welchem Grund.

Mit diesem Projekt hinterfrage ich Stereotypen in der Fotografie, wenn es um Akt, Portrait und Schönheit geht. In unterschiedlichen Medien sehen wir überwiegend junge, schlanke und weiße Frauen, sportliche Männer und Heteronormativität. Damit meine ich die Konstruktion der Szene, die Wahl des Make-ups, des Lichts und die Position der Kamera. Wir sehen Models, die von Agenturen meist zu kommerziellen Zwecken ausgewählt werden, sie posieren wie es ihnen gesagt wird und präsentieren  einen Schönheitsstandard, dem zu folgen ist. Auf diese Weise inszenierte Fotos scheinen omnipräsent, sowohl im öffentlichen- als auch im Onlinebereich, die Authentizität dieser Bilder wird nur selten hinterfragt.

Ich sehe dieses Projekt nicht als eines, an dem ich arbeiten, es beenden und dann weitermachen werde. Sondern als einen Prozess des Erforschens, Reflektieren und Lernens. Ich möchte mit allen Teilnehmer*innen separat arbeiten, einschließlich eines Gesprächs, auf dessen Grundlage wir gemeinsam eine Fotoshootingszene in deren zu Hause oder einem Ort ihrer Wahl kreieren. Die Pose überlasse ich ihnen, da dies meines Erachtens die einzige Möglichkeit ist, um ein authentisches Ergebnis zu erzielen.